Urlaubserinnerungen, Dayo stellt sich vor, Charolais-Steak vom Camping-Grill und ein wenig Camping-Grill-Know How

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Die Einladung von Kebo vom Blog Kebo Homing zu dem Blog-Event „Typisch für den Juni… Urlaub“ hat bei mir sofort die angenehmsten Erinnerungen an unseren Urlaub im vergangenen Jahr geweckt. Wir waren in Wissant, das an der Côte d’ Opale zwischen dem Cap Gris Nez und dem Cap Blanc Nez in Nordfrankreich zwischen den Städten Calais und Boulogne-sur-Mer liegt. Auf dem Beitragsbild seht Ihr die Bucht von Wissant zwischen Cap Gris Nez und dem Cap Blanc Nez.

Strand und Blick auf Cap Blanc Nez

Strand und Blick auf Cap Blanc Nez

 

Blick über den Ärmelkanal auf die Kreidefelsen von Dover

Blick über den Ärmelkanal auf die Kreidefelsen von Dover

Wir haben unser Zelt, ein Teil unsers Hausstandes und natürlich ausreichend Koch- und Grillutensilien zusammen gepackt und uns auf den Weg nach Frankreich gemacht. Während wir alles zusammengepackt haben, wuselte ständig ein ganz aufgeregtes Wesen herum, das ein absolutes Talent zum „im Weg stehen“ hat. Dieses Wesen kennt Ihr bisher noch nicht: Es ist Dayo, unsere wunderbare Rhodesien Ridgeback-Hündin, die vor ein paar Tagen Geburtstag hatte und sechs Jahre geworden ist.

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Hallo, ich bin es, Dayo! Was war ich aufgeregt – irgendwie war alles anders und ich hatte so ein wenig die Befürchtung, dass ich vielleicht nicht mit darf und alleine Zuhause bleiben muss. Ich wusste ja noch nicht, dass es in den Urlaub geht – da darf ich natürlich immer mitkommen. Als wir dann endlich „on Tour“ waren konnte ich mich wieder entspannen! Ich liebe Autofahren! Ich bin natürlich beim Autofahren genau so angeschnallt wie Frauchen und Herrchen – aber ich kann mich trotzdem mit meinem Geschirr bequem zwischen beide legen – jetzt ist alles gut!

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Urlaub, ich liebe Urlaub! Frauchen – Ihr kennt sie als Barbara alias Pfeifhäschen – und Herrchen, mein großer Chef – Ihr kennt ihn als Mario alias der Prinz (ohne Gaul und schimmernde Rüstung) sind dann immer ganz entspannt, haben jede Menge Zeit und wir sind immer alle zusammen. Ständig gibt es etwas Neues zu entdecken, tausende neue Gerüche und lange Spaziergänge oft auch am Strand. Ich liebe den Strand!

Von den ganzen Eindrücken bin ich abends immer ganz müde. Dann kratze ich am Zelteingang und will in mein Körbchen, obwohl Frauchen und Herrchen noch draußen sitzen. Sollen die sich doch von den Mücken stecken lassen – ich poofe! Wenn morgens die Sonne ins Zelt scheint, bin ich meist noch ganz müde und kann mir gar nicht vorstellen, dass die Nacht schon vorbei sein soll. In Frankreich sind die Nächte wohl viel kürzer, denn ich war doch erst vor ein paar Minuten eingeschlafen und jetzt scheint mir schon die Sonne in die Augen – boah, ist das hell!

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So, Herrchen möchte wieder an die Tastatur – aber demnächst schreibe ich mal einen eigenen Blog-Beitrag und erzähle Euch noch ein bisschen mehr von mir. Tschüß und viel Spaß beim Weiterlesen! Aber am Ende des Beitrags schreibe ich Euch noch ein paar Zeilen!

So, nach dem ich die Tastatur zurück erobert habe, soll es natürlich auch um etwas Kulinarisches gehen. Das wir beim Camping nicht auf gutes Essen verzichten wollen und können, ist Euch wahrscheinlich ohnehin schon klar. Natürlich haben wir verhältnismäßig viel Fisch gegessen – insbesondere, weil ein örtlicher Fischer auf dem Marktplatz von Wissant jeden Morgen frischen Fisch direkt aus dem Netz verkauft. Der Fischer und sein Gehilfe befreien die Fische und Meeresfrüchte aus dem Netz und die Frau des Fischers verkauft – frischer geht es nicht!

Leider haben wir von unserem Essen nicht so viele Fotos gemacht, weil wir zu diesem Zeitpunkt erst begonnen haben, Blogs im Internet zu entdecken und noch nicht einmal der erste Gedanke an einen eigenen Blog vorhanden war. Lediglich vom Grillen eines Steaks haben wir, mehr aus einer Laune heraus, ein paar Fotos gemacht.

Gekauft haben wir unser Steak im Hofladen der ferme de St Po, einem Bauernhof der Charolais-Rinder in Weidehaltung züchtet. In dem Hofladen gibt es neben unterschiedlichsten Teilen des Rindes auch tolle rohe Bratwürste zum Grillen. Die Zufahrt ist etwas abenteuerlich. Mindestens drei Reifen sind immer in einem Schlagloch und teilweise sind die Schlaglöcher so groß, das alle Reifen zur gleichen Zeit in ein Schlagloch passen. Wenn man den Hof erreicht hat, wird man von den Hofhunden lautstark angekündigt. Die Rinder stehen auf den Weiden um den Hof und haben beste Sicht auf den Ärmelkanal:

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Wir haben uns für ein 1,3 KG schweres, ca. 4 bis 4,5 cm dickes Steak mit Knochen aus der Hochrippe vom vorderen Teil des Rinderrückens entschieden. Dieser Steak Cut wird auch als Hochrippensteak, Karree, (Ochsen-)Kotelette, französisch als Côte de boeuf oder in den USA als Rib Steak bezeichnet. Dieses Stück zeichnet sich durch einen relativ hohen Bindegewebsanteil aus und ist besonders saftig, muss aber auch gut abgehangen sein.

Unser Camping-Grill, den ich vor ca. neun Jahren für knapp sechs Euro (heute kosten diese einfachen Grills schon zehn Euro) gekauft habe, hatte also eine echte Aufgabe vor sich. Aber er kennt Herausforderungen! Keine Ahnung wie oft ich den schon zusammen- und auseinandergebaut habe und wie viel Fleisch, Fisch und Würste er tapfer und ausdauernd für uns gegrillt hat?

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In der Metall-Tasse ist übrigens Butter mit Knoblauch und etwas Salz. Natürlich bekommt man ein so dickes Steak über direkter Hitze nicht vernünftig gar. Entweder ist es außen völlig verbrannt, aber innen medium bis medium-rare oder es ist außen schön gebräunt und innen und am Knochen noch vollkommen roh.

Bei dem herkömmlichen direkten Grillen über den glühenden Kohlen entweicht die Hitze nach oben und nur ein kleiner Teil der entstehenden Hitze wird für das Garen des Grillgutes genutzt. Mit größeren Fleischstücken oder größeren Fischen bekommt man dann ein Problem. Ein Grill mit Deckel, also z.B. ein Kugelgrill schafft hier Abhilfe, weil der Deckel die nach oben entweichende Hitze einfängt.

Ich habe aus einer Edelstahlschüssel, einer langen Schraube, einem Distanzstück und einem Griff einen Deckel für unseren Camping-Grill gebaut:

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Ich habe das Steak sofort mit Deckel gegrillt, zunächst direkt bis es schön gebräunt war und dann indirekt. Für das indirekte Grillen habe ich die Holzkohlebriketts an den äußeren Rand der Kohleschale geschoben und die Mitte frei gelassen.

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Die Voraussetzungen zum Grillen eines solchen Steaks waren natürlich nicht optimal. Die glühenden Kohlen beim indirekten Grillen lagen immer noch viel zu nah am Fleisch. In meinem selbst gebastelten Deckel habe ich kein Thermometer und ein Kerntemperatur-Thermometer haben wir nicht mitgenommen. Hier der Anschnitt:

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Der Garpunkt ist für mich genau richtig: Medium-rare, wie ich es gerne mag. Ja, der braun-graue Rand ist eigentlich zu breit – das kommt von den zu nah am Fleisch liegenden glühenden Kohlen beim indirekten Grillen. Gewürzt haben wir das Steak nur mit frisch grob gemahlenem schwarzen Pfeffer, Himalaya-Salz aus der Mühle und dazu gab es die Knoblauchbutter, die ich in der Metalltasse nebenbei zubereitet habe.

Das Steak war wunderbar zart und saftig. Das Pfeifhäschen bevorzugt bei Steaks den Garpunkt medium, während ich medium-rare bevorzuge. So hat das Pfeifhäschen die äußeren und ich die inneren Teile des Steaks gegessen und es war für uns beide perfekt.

Ganz geschafft haben wir das Steak allerdings nicht. Dafür gab es für mich am nächsten Morgen ein richtiges Männerfrühstück: Frisches Baguette mit kaltem Steak! Natürlich hat auch Dayo eine Kostprobe von dem Steak bekommen!

Hallo, hier ist noch mal Dayo – ich hatte Euch ja versprochen, dass ich Euch zum Abschluss noch ein paar Zeilen schreibe. Alles war toll im Urlaub, aber irgendwann wurde es komisch: Frauchen und Herrchen räumten ständig Zeug hin- und her, das Zelt wurde immer leerer und ungemütlicher. Ich hatte ja so langsam eine Ahnung, was passieren könnte: Wollen die hier etwa weg? Naja, um schlimmeres zu verhindern habe ich mich als Zeltbesetzerin betätigt:

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Ihr werdet es nicht glauben: Frauchen und Herrchen – naja und notgedrungen auch ich – sind doch echt nach Hause gefahren?! Also ich hätte es in Wissant noch viel, viel länger ausgehalten. Menschen! Versteh die mal einer?!?

Bis bald
Eure Dayo

PS: Als wir das Gestänge aus dem Zelt entfernt hatten, hat Dayo das Zelt notgedrungen verlassen, sich dann aber sofort außen auf das zusammengefallene Zelt gelegt. Beim Zusammenlegen des Zeltes musste Dayo irgendwann auch diesen Platz räumen. Dann hat sie sich demonstrativ auf die Stelle gelegt, wo das Zelt gestanden hat. Als alles verstaut war und wir abfahrbereit waren, wollte Dayo nicht ins Auto einsteigen. Leider haben wir davon keine Fotos gemacht…

Ich hoffe Ihr hattet Spaß beim Lesen unseres Urlaubsberichtes vom vergangenen Jahr!

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