Pasta-Freitag: Spaghetti ai Capperi i Anchovis – Spaghetti mit Kapern und Sardellen

_Spaghetti_ai_Capperi_i_Anchovies_20P

Puh, heute war der Pasta-Freitag schon eine kleine Herausforderung! Lebensmitteltechnisch sind wir ziemlich „abgebrannt“ und eine schnelle Rumfort-Sauce (Rumfort = alles was „rum steht“ und „fort muss“) funktioniert nicht wirklich, wenn eben nichts mehr außer einem traurigem Rest glatter Petersilie rum steht.

Eigentlich fahre ich in solchen Fällen schnell zu unserem örtlichen Lebensmittelgeschäft und besorge noch ein paar Zutaten. Alle üblichen Lebensmittel sind dort in einer vernünftigen Qualität erhältlich. Aber es hat bei uns geschneit und ich durfte morgens schon ca. 15 cm Schnee räumen – na toll! Wir wohnen am Hang des Teutoburger Waldes und haben – für diese Region – deutlich mehr Schnee als rechts und links des Höhenzuges in der Ebene. Der Winterdienst war am späten Vormittag noch damit beschäftigt die Nebenstrecken zu räumen und auf den Hauptverkehrsstrecken befand sich immer noch ordentlich Schneematsch auf der Straße.

Jetzt auch noch den Schnee vom Auto fegen und sich dann in das Verkehrschaos stürzen – keine so wirklich tolle Vorstellung. Zu Fuß zum Lebensmittelgeschäft? Also, wir wollen es doch mit dem Sport nicht so übertreiben – ich habe ja schließlich schon Schnee geschippt! Also irgendetwas sollte sich doch noch mit den „Bord-Mitteln“ machen lassen. Kapern, Anchovis und ein paar Zitrusfrüchte haben wir eigentlich immer da – das ist es doch! Es gibt Spaghetti ai Capperi i Anchovis. Der Petersilien-Rest und die Kapernäpfel im Kühlschrank mit einer Zitronenzeste sollte für eine hübsche Dekoration ausreichen – das Auge isst ja schließlich auch mit.

Die Pasta koche ich immer erst, wenn das Pfeifhäschen zu Hause ist und das ist gut so! Zwei ganz wichtige Grundsätze bei Pasta-Gerichten sind „Die Sauce wartet auf die Pasta und nicht umgekehrt“ und „Das Pfeifhäschen (die Gäste) wartet auf die Pasta und nicht umgekehrt“. Das Pfeifhäschen hat für den Weg nach Hause ca. die dreifache Zeit als üblich benötigt und auf dem Weg noch den Wochenendbedarf an Lebensmitteln eingekauft – wer weiß was da schneetechnisch noch kommt?!?

Somit gibt es bei uns ein ziemlich spätes Mittagessen und ich habe in der Wartezeit schon mal das Rezept geschrieben – mit Hunger und dem Duft der Sauce in der Nase eine Herausforderung!

Zutaten für vier Portionen:

440 g Spaghetti, möglichst aus Hartweizengries
4,5 Liter Wasser
76 g Salz

110 ml Olivenöl
110 ml Geflügelbrühe
80 g Kapern in Essiglake (ca. 4 gehäufte EL)
(40 g zum mixen und 40 g als ganze Kapern in der Sauce)
50 g Butter
12 g Anchovis (ca. 4-5 Stück)
12 Stück Anchovis-Filets zur Dekoration (schöne große Filets)
1 Stück Bio-Zitrone (30 ml Zitronensaft (ca. 3 EL), Abrieb der halben Zitrone und 4 große Zitronenzesten zur Dekoration)
2 g Puderzucker
1 g Cayenne-Pfeffer
Weißen Pfeffer aus der Mühle
12 Stück Kapernäpfel zur Dekoration
etwas glatte Petersilie, gehackt zur Dekoration

Zubereitung:

(1) Die Butter bei milder Hitze auf der Herdplatte, auf der die Pasta gekocht werden soll, schmelzen lassen. Die flüssige Butter mit dem Olivenöl, der Geflügelbrühe, 40 g Kapern (die Hälfte der Gesamtmenge) und 12 g Anchovis in den Mixbecher eines Stabmixers geben.

(2) Das Wasser für die Pasta ohne Salz aufstellen und mit geschlossenem Deckel zum Kochen bringen. Pro 100 g trockene Pasta 1 Liter Wasser verwenden. Einen ausreichend großen Topf verwenden, der nur zu 2/3 mit Wasser gefüllt sein sollte. Das Salz zum Kochen der Pasta abwiegen. Hier 17 g pro Liter Wasser verwenden.

Hinweis: Das Salz wird erst hinzugefügt, wenn das Wasser sprudelnd kocht. Das hat zwei Gründe: Einerseits erhöht das Salz den Siedepunkt des Wassers und Ihr braucht mehr Energie und Zeit bis das Wasser kocht. Andererseits sollten die Salzkörner nicht am Topfboden im kalten oder warmen Wasser liegen, wenn Ihr einen Edelstahltopf verwendet. Durch eine chemische Reaktion entsteht ein Lochfraß, der den Boden Eures Edelstahltopfes beschädigt. Wenn das Wasser wallend kocht lagert sich das Salz durch die Bewegung des Wassers nicht ab und löst sich verhältnismäßig schnell auf.

(3) Die Schale der halben Zitrone in den Mixbecher abreiben und von der anderen Hälfte der Zitrone vier große Zesten herunterziehen und als Dekoration bei Seite stellen. Die Zitrone durchschneiden und eine Hälfte auspressen. Zitronenabrieb, 30 ml Zitronensaft gemeinsam mit dem Puderzucker und dem Cayenne-Pfeffer in den Mixbecher geben. Mit dem Stabmixer alles fein pürieren und zu einer dünnflüssigen Emulsion aufschlagen. Die Sauce ggf. mit Salz und etwas weißen Pfeffer aus der Mühle abschmecken.

(4) Während die Pasta kocht, 12 schöne große Anchovisfilets zu kleinen Röllchen aufrollen. Die Petersilienblättchen von den Stielen zupfen und grob hacken.

(5) Die Pasta abgießen, wenn sie al dente gekocht ist. In einer vorgewärmten Schüssel die Pasta mit der Sauce und dem zweiten Teil der Kapern mischen. Auf vorgewärmten Pasta-Tellern anrichten, mit der gehackten Petersilie bestreuen und pro Person drei Anchovis-Röllchen und drei Kapernäpfel auf die Pasta setzen. Mit jeweils einer Zitronenzeste verzieren und sofort servieren.

Guten Appetit!

Getränk:

Ich habe mir dazu eine Weißweinschorle gegönnt und mein Pfeifhäschen hat sich mit einem Wasser begnügt. Selbstverständlich habe ich dem Pfeifhäschen auch einen Wein oder eine Weinschorle angeboten, aber Pfeifhasen im Allgemeinen stehen wohl doch mehr auf Wasser.

Print Friendly, PDF & Email

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.