Pasta-Freitag & Kindheitserinnerung: Gabelspaghetti mit Bröselbutter und Schinkenrührei

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Heute gibt es beim Pasta-Freitag mal etwas aus meiner Kindheit und Jugendzeit. In den 70er Jahren waren die Vorstellungen von Nudeln noch sehr deutsch und hatten mit der italienischen Pasta so ganz und gar nichts zu tun. Als Kind und Jugendlicher kannte ich eigentlich nur zwei Formen von Nudeln: Gabelspaghetti von zu Hause und selbst gemachte Bandnudeln von meiner Oma. Omas Bandnudeln waren für mich immer grandios, nur leider hat sie sie so selten gemacht.

Irgendwann hat meine Mutter mal Spaghetti gekauft und fand diese langen Dinger völlig unpraktisch zum Essen. Jetzt haltet Euch fest! Sie wurden dann über dem Topf, in dem natürlich viel zu wenig Wasser und viel zu wenig Salz war, zerbrochen. Der Ärger über diesen zusätzlichen Aufwand war groß und meine Mutter beschloss damals diese unpraktischen Dinger nie mehr zu kaufen. Es hat dann auch tatsächlich sehr lange gedauert bis endlich auch mal im Haushalt meiner Eltern Spaghetti salonfähig wurden.

Der Schnittlauch zu dieser Jahreszeit ist ein kleines Zugeständnis an den Geschmack und an die Optik. Schinkenrührei mit Schnittlauch gab es natürlich nur, wenn der Schnittlauch im Garten wuchs. Als Kind und Jugendlicher habe ich mich immer total auf den Frühling gefreut, wenn es endlich wieder der Schnittlauch gab.

Der kleine Mario hat natürlich – wie wohl alle Kinder – dazu Ketchup gefuttert. Etwas später als Jugendlicher habe ich das Gericht auch ohne Ketchup gegessen.

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Mindestens in den letzten 25 Jahren habe ich wohl keine Gabelspaghetti mehr zu mir genommen. Auch heute esse ich hin- und wieder mal gerne Spaghetti – selbstverständlich unzerbrochen – mit Bröselbutter und Schinkenrührei – das ist für mich ein absoluter Kindheitsgeschmack! Und selbst dem Pfeifhäschen kann ich hin und wieder mit diesem Gericht kommen.

Zutaten für vier Portionen:

400 g Gabelspaghetti
4 Liter Wasser
68 g feines Meersalz

100 g Butter
10 g Semmelbrösel (ca. 1 stark gehäufter EL)
3 g feines Meersalz

Zutaten für das Schinken-Rührei:

80 g durchwachsenden Speck oder Merano-Speck
80 g weiße Zwiebel
10 g Butter
8 Stück Eier
40 ml süße Sahne
schwarzen Pfeffer aus der Mühle
20 g Schnittlauch

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Zubereitung:

(1) Den Speck in ca. 1 mm dünne Scheiben schneiden (geht am besten mit der Aufschnittmaschine) und dann in ca. 2 bis 3 mm breite Streifen schneiden. Die Zwiebel schälen und in kleine Kästchen schneiden.

(2) Gelbe, welke oder trockene Halme sowie Blüten und gelbe Spitzen aus dem Schnittlauch entfernen. Bei Bundware den unteren Teil des Schnittlauchs (ca. 2 bis 3 cm) abschneiden. Den verlesenen Schnittlauch in feine, gleichmäßige Röllchen schneiden und bei Seite stellen.

(3) Das Wasser (1 Liter je 100 g trockene Nudeln) für die Nudeln aufstellen und zum Kochen bringen. Das Salz (17 g je 1 Liter Wasser) sollte erst hinzugefügt werden, wenn das Wasser bereits kocht. Bitte lest Euch mal die Beiträge „Pasta RICHTIG kochen! Die Grundformel 100-1-17“ und „Die 10 Pasta-Grundgesetze“ durch, sofern Ihr sie nicht bereits kennt.

(4) Die Eier aufschlagen und in eine Schüssel geben. Die süße Sahne und den frisch gemahlenen schwarzen Pfeffer hinzufügen und mit einer Gabel gründlich verschlagen.

(5) Einen Topf aufstellen, der die gekochten Nudeln gut aufnehmen kann und in dem noch genug Platz zum Schwenken bleibt. Die Butter (100 g) für die Bröselbutter bei geringer Hitze schmelzen lassen. Wenn die Butter geschmolzen ist, das Salz und die Semmelbrösel hinzufügen und für ca. 2 Minuten aufschäumen lassen. Dabei rösten die Semmelbrösel in der heißen Butter.

(6) Eine beschichtete Bratpfanne aufstellen, die Butter (ca. 10 g) hinein geben und bei mittlerer Hitze erwärmen und die Butter schmelzen lassen. In die geschmolzene Butter die Speckstreifen geben und einen Moment braten lassen, bis das Fett glasig wird. Dann die Zwiebelwürfel hinzufügen und ohne Farbe glasig dünsten.

(7) Wenn die Zwiebelwürfel glasig sind, den Großteil des Schnittlauchs (ca. 90 % – der Rest verbleibt für die Dekoration) und das verschlagene Ei hinzufügen und alle Zutaten gut miteinander vermischen. Das Ei unter gelegentlichem Schieben mit dem Pfannenwender bis zu dem gewünschten Feuchtigkeitsgrad des Rühreis stocken lassen.

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(8) Die gekochten Nudeln abgießen, in den Topf mit der Bröselbutter geben und gründlich aber vorsichtig umschwenken, so dass sich die Bröselbutter gleichmäßig verteilt

Die in der Bröselbutter geschwenkten Gabelspaghetti auf den Teller geben und das Schinkenrührei dazu geben und mit dem zurückbehaltenen Schnittlauchröllchen bestreuen. Eventuell Ketchup dazu reichen.

Wenn Kinder mit essen, für die ein Hauch von Grün und ein winziges Partikelchen Kräuter zur kompletten Kontamination und somit zur vollkommenen Ungenießbarkeit des Essens führen, lasst Ihr halt den Schnittlauch weg 😉

Getränk:

Hier will ich jetzt der Kindheitserinnerung treu bleiben und nur Soft-Drinks empfehlen: Früher gab es entweder ein Wasser dazu oder einen selbst hergestellten Fruchtsaft aus dem eigenen Garten, teilweise auch als Schorle. Zu hohen Fest- und Feiertagen gab es auch mal einen Spezi – das kam aber sehr selten vor. Spezi war in meiner Kindheit das typische Restaurant-Getränk.

Dies ist ein Beitrag für den Blog-Event „Nudeln wie daheim – das große Nudel-Event“ des Blogs „be Reggie – Essen aus deiner Region

Blog-Event Be Reggie Nudelevent (Einsendeschluss 31. März 2015)

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