Frische Kräuter richtig behandeln und welke Kräuter auffrischen

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Um es gleich vorweg zu sagen: Am besten sind Kräuter, wenn sie so frisch wie möglich verarbeitet werden. Sie enthalten dann das beste Aroma. Ideal ist es, direkt vor der Verwendung der Kräuter in der Küche in den Garten zu gehen und die Kräuter frisch zu ernten – das garantiert die optimale Frische und Qualität.

Wer keinen Garten hat, der kann Kräuter im Topf oder Blumenkasten auf dem Balkon oder der Terrasse anbauen. Selbst auf der Fensterbank ist das Anpflanzen von einigen Kräutern möglich.

Aber selbst wer über alle Möglichkeiten des Kräuteranbaus verfügt, ist im späten Herbst, im Winter und im Frühjahr dennoch auf Kräuter vom Obst- und Gemüsehändler, vom Markt oder aus dem Supermarkt angewiesen. Die Kräuter im Topf sind, wenn sie stark, kräftig und gesund aussehen, für die Frische die beste Wahl. Teilweise kommt man jedoch um das Kaufen von frischen Kräutern im Bund oder geschnitten in einer Schale nicht herum. Kräuter im Topf halten sich verhältnismäßig lange, wobei viele mit den Temperaturen und der trockenen Raumluft in unseren Wohnungen nicht so besonders gut zu recht kommen. Geschnittene Kräuter dagegen sind besonders empfindlich – werden sie jedoch richtig behandelt, bleiben Sie länger frisch und verwendbar:

Frische Kräuter richtig behandeln:

Frische Kräuter sollten direkt nach dem Kauf mit einem scharfen Messer neu angeschnitten werden. Ähnlich wie bei Blumen sollte der Stängel des Krautes leicht schräg angeschnitten werden. Wenn Ihr die Wahl habt, nehmt Kräuter mit langen Stängeln – die könnt Ihr häufiger frisch anschneiden. Bei Schnittlauch wird einfach der unterste Zentimeter der Halme abgeschnitten.

In ein Glas frisches, kaltes Leitungswasser geben und die frisch angeschnittenen Kräuter in das Glas stellen. Dabei darauf achten das alle Stängel im Wasser sind. Wenn einige der Kräuterblätter im Wasser stehen – was sich bei machen Kräuter wie z.B. Rosmarin, Thymian oder Oregano gar nicht verhindern lässt, macht das nichts.

Zwei mal pro Woche sollten die Kräuter frisches Wasser bekommen und neu angeschnitten werden. Je nach Raumtemperatur und je nach Kraut können Kräuter so zwei bis drei Wochen frisch gehalten werden. Grundsätzlich gilt: Je niedriger die Raumtemperatur ist, desto länger halten die Kräuter. Allerdings könnt Ihr sie nicht in den Kühlschrank stellen! Kräuter, auch wenn sie geschnitten sind, brauchen Licht. Ein heller und kalter, aber frostfreier Ort ist ideal für Kräuter. Vielleicht habt Ihr ja ein kaltes Treppenhaus mit Fenster oder einen unbeheizten Raum mit Fenster.

Müde Kräuter wieder auffrischen:

Wenn Kräuter entweder beim Kauf nicht mehr optimal frisch sind und beim Transport nach Hause leicht welk geworden sind oder die Kräuter mal kein Wasser mehr hatten, dann gibt es eine Möglichkeit diese Kräuter wieder aufzufrischen.

Kräuter bestehen zu einem sehr hohen Anteil aus Wasser. Schnittlauch, Rosmarin, Thymian, Salbei, Minze ca. 85 %, Oregano ca. 82 % und Petersilie ca. 80 %. Wenn Kräuter welk sind, dann fehlt ihnen Wasser.

Pflanzen im allgemeinen – von der kleinen, auf der Fensterbank gezüchteten Gartenkresse bis hin zum großen Baum – müssen das benötigte Wasser über die Wurzeln gegen die Gravitationskraft nach oben befördern. Das erfolgt durch zwei Effekte: Einerseits durch die Kapillarwirkung, bei der Wasser in engen Röhrchen, den Kapillaren, durch die Benetzung der Innenwände der Kapillare entgegen der Schwerkraft ein Stück nach oben steigt. Die Kapillare der Pflanzen sind deren Saftbahnen. Der zweite Effekt ist ein, durch Verdunstung in den Blättern entstehender Sog, der so genannte Transpirationssog.

Sowohl die Kapillarwirkung als auch der Transpirationssog funktionieren bei geschnittenen Kräutern nach wie vor. Durch das erneute Anschneiden wird sichergestellt, dass die Kapillare offen sind und nicht durch irgendwelche Schwebeteilchen im Wasser blockiert werden.

Um die Kräuter aufzufrischen, in die saubere Spüle oder in ein anderes, ausreichend großes Gefäß kaltes Leitungswasser einfüllen. Die Kräuter neu anschneiden, in das Wasser legen und einmal richtig unter die Wasseroberfläche drücken.

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Die Verdunstung ist sozusagen keine Einbahnstraße, bei der nur Wasser aus dem Kraut entweichen kann, sondern bei der Benetzung mit Wasser wird über diesen Weg auch Wasser wieder aufgenommen. Durch das erneute Anschneiden der Kräuter werden die Kapillaren im Kräuterstiel geöffnet und dadurch Wasser zugeführt. Durch das Legen in kaltes Wasser wird zusätzlich über die Verdunstungsspalten in den Kräuterblättern Wasser aufgenommen.

Wenn die Kräuter über Nacht im kalten Wasser gelegen habe, sollten Sie am nächsten Morgen wieder soviel Wasser aufgenommen haben, das sie wieder frisch sind. Jetzt die Kräuter nochmals frisch anschneiden und in frisches, kaltes Wasser stellen.

Die Kräuter sind jetzt wieder aufgefrischt und können in der Küche weiter verwendet werden.

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